Von der Kita bis zur Hochschule - MINT im Bildungsverlauf

Fotos: Claudia Höhne

Was und wie sollen Kinder im Kita-Alter lernen? Professorin Mirjam Steffensky vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik warb bei der Tagung des MINTforum Hamburg für eine frühe MINT-Bildung. „Dabei bilden Kinder eine erste Idee von Begriffen, Konzepten und Phänomenen – zum Beispiel der belebten und unbelebten Natur – und das kindliche Interesse, die Lernfreude und das Zutrauen in eigene Fähigkeiten kann gestärkt werden“. Die Kinder entwickelten dabei Vorläuferfähigkeiten für den späteren Übergang in die Schule. Wesentlich für Steffensky ist bei der frühen MINT-Bildung, dass gerade auch bildungsbenachteiligte Kinder, die nicht „alles von selbst“ lernten, wichtige Impulse erhielten.

Professor Thomas Schramm von der HafenCity Universität Hamburg (HCU) nahm im Anschluss das andere Ende der schulischen Bildungskette in den Blick: Am Beispiel der notwendigen Mathematik-Kompetenzen für ein MINT-Studium, abgeprüft in dem Selbsttest für studieninteressierte Schüler*innen nach dem Abi „MINTFIT", plädierte Schramm für eine mathematische Bildung in der Schule, welche die erforderlichen mathematischen Kenntnisse und Grundkompetenzen für ein naturwissenschaftlich-technisches Studium nach dem Abitur vermittelt.

Über 120 Erzieher*innen und Lehrkräfte sowie Vertreter außerschulischer Lernorte verfolgten mit großem Interesse die Tagung, die den Teilnehmenden neben den wissenschaftlichen Impulsen noch verschiedenste Rundgänge in die Labore und Einblicke in Forschungsprojekte der HCU ermöglichte. Im Labor für Photogrammetrie und Laserscanning beispielsweise reisten Erzieher*innen und Lehrkräfte mit einer Virtual Reality-Brille nach Bad Segeberg, im CityScienceLab suchten sie mögliche Bauplätze für Flüchtlingsunterkünfte und auf dem verschneiten Gründach der HCU lernten sie den Nutzen begrünter Dächer für Wasserwirtschaft, Kühlung und soziales Leben kennen. 

Ein Herzstück der Tagung bildete ein Markt der außerschulischen Lernorte und Projekte: Über 20 Netzwerkpartner des MINTforum Hamburg zeigten in einer großen Ausstellung im Foyer der HCU ihre MINT-Angebote, die sich ganz im Sinne des Tagungsmottos an Kinder und Jugendliche von der Kita bis in die Hochschule richten. Die Angebote und alle aktuellen Termine rundum MINT-Wettbewerbe, Experimente, Ferienkurse etc. finden sich auch online.

Abschließend warf Netzwerkkoordinatorin Christiane Schwinge einen Blick auf die diesjährigen Veranstaltungen des MINTforum Hamburg. Im Gespräch mit Kathrin Joswig von den Bücherhallen Hamburg wurden erste Einblicke in das kommende Netzwerktreffen am 18. April 2018 in der Zentralbibliothek am Hühnerposten gegeben. Mit Britta Kieke, Leiterin des MINT-Referats der Behörde für Schule und Berufsbildung sowie mit Angelina Ribeiro von Wersch, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration wurde zum Abschluss der Fokus auf das diesjährige MINTforum-Highlight gerichtet: der vierte Hamburger MINT-Tag am 29. November 2018. 

Das Programm der vierten Tagung des MINTforum Hamburg im Überblick

Ab 13:30

Anmeldung

14:00 – 15:00

Geführter Rundgang durch die HCU und Besichtigung von Laboren

15:00 – 15:30

Eröffnung und Begrüßung

Prof. Dr. Gesa Ziemer, Vizepräsidentin für Forschung an der HafenCity Universität Hamburg

Christiane Schwinge, Netzwerkkoordinatorin MINTforum Hamburg

15:30 – 16:15

MINT-einander – Spiralcurricula von der Kita bis zur Sekundarstufe I

Prof. Dr. Mirjam Steffensky, IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

16:15 – 17:00

MINTFIT – Mathematische Bildung im Übergang zwischen Sekundar­stufe II und Hochschule

Prof. Dr. Thomas Schramm, HafenCity Universität Hamburg

17:00 – 17:30

Kaffeepause

17:30 – 18:45

Who‘s who – die Netzwerkpartner präsentieren sich

18:45 – 19:30

Ausblick auf das MINT-Jahr 2018

Ausklang bei Snacks und Getränken